Lockdown-Interview5

Lockdown Interview: Teenager sorgt sich und stellt tiefsinnige Fragen (Teil 5 von 5)

ANTWORTEN

zu 7. Wie kannst du jemandem versichern, dass du ihn / sie nicht verlässt / alleine lässt?
Beispielsätze: „Die Freundschaft, die wir aufgebaut haben, tut uns beiden gut und uns verbinden. Und was gut tut, gibt man nicht auf. Ich werde immer für dich und für uns kämpfen. Hab Vertrauen in uns beide. Eine wahre Freundschaft besteht durch gute und schlechte Zeiten als auch über jegliche Distanzen. Und wir haben eine wahre Freundschaft.“


Zu 8. Wie kannst du jemanden trösten / beruhigen, wenn er / sie (via Textchat – mit Wörtern) weint?
Weinen ist eine sehr gute Methode um psychische und emotionale Last abzubauen. Es ist nicht gut zu sagen „weine nicht!“. Schreib ihm / ihr, dass du ihn / sie im Herzen trägst und im Geist bei ihm / ihr bist und ihn / sie umarmst. Sag ihm / ihr, er / sie soll sich vorstellen, dass er / sie sich auf deinen Schultern ausweinen darf und das du für ihn / sie da bist, auch wenn du nicht präsent bist. Sei einfach nur für die Person da. Manchmal ist weniger mehr. Manchmal weint man auch ohne Grund oder aus dem Affekt. Oder man ist kurz wütend und dann vergeht es oder Verständnis kommt auf. Wenn du im falschen Moment das falsche sagst oder empfiehlst, kann das auch übel nach hinten losgehen. Daher, immer sachte sein bei sowas!

Zu 9. Wie kannst du jemandem überzeugen, dass das Leben schön ist und es wert ist zu leben?
Er / Sie soll anfangs versuchen, Freude in kleinen, schönen Dingen zu finden.
Zum Beispiel:
Sonnenschein, blauer Himmel, bunte Blumen, frische Luft, zwitschernder Vogel, Gras anfassen und darin spielen, …

Er / Sie soll verinnerlichen, dass er / sie wichtig für seine / ihre Freunde und Familie ist und er / sie sehr geliebt ist.
Er / Sie soll wissen, dass ihr als Freunde zusammenhaltet und diese Phase überstehen werdet.
Er / Sie braucht jetzt immer wieder, viel Bestätigung.
Beispiel zum Sagen: „Ich habe dich lieb / Du bist mir wichtig, ich brauche dich und ich verspreche dir, dass es besser wird. Wir können weiterhin viel Spaß zusammen haben und für einander da sein. Wir können uns ein schönes Leben gestalten. Ich helfe dir und du hilfst mir auch. Es gibt noch so viel zu entdecken. Ich bin zuversichtlich, dass wir vieles davon zusammen ausprobieren werden.“

Ein therapeutischer Lösungsansatz (von mir entwickelt und an einem schwer depressivem getestet. Nach 1 – 2 Monaten kamen langsam beeindruckende, positive Veränderung durch positive Stimulation und umfixierung der Gedankengänge von Verzweiflung und negativen Gedanken zu positiven Gedanken und Verhalten):
Er / Sie soll über die Dauer von 3-6 Monaten, täglich 10 positive Gedanken, Wünsche, Ideen oder Träume aufschreiben (zum Beispiel im Tagebuch). Wie lange jeder Punkt ist, ist egal. Ein Wort reicht auch aus! Sie MÜSSEN aber positiver Natur sein!

Ideal ist es zusätzlich dazu, diese Gedanken in max. 5 Worte zu fassen, auf ein Stück Papier zu schreiben und diesen in ein großes Einmachglas zu machen. An schlechten Tagen, kann man sich einfach einen positiven Gedanken rausfischen, um sich daran zu erfreuen oder im Tagebuch nach den Listen suchen und nachlesen.

Um die Sache perfekt zu machen, hilft neue oder eine bestimmte (von der Zielperson ausgewählte) Musik die man beim Aufschreiben o.g. Gedanken anhört. Somit verknüpft das Gehirn zukünftig diese Musik mit etwas positivem.
Ein bestimmter Geruch (den man nur dafür nimmt) kann gleiches bewirken.
Wenn man später wieder schlecht gelaunt ist oder in ein Depri-Loch fällt, kann man zusätzlich zum Lesen, die Musik hören und/oder den Geruch benutzen. Das alles verstärkt den positiven Effekt, um wieder in eine bessere Laune zu kommen.

Für den Anfang reicht jedoch einfach die 10 positiven Gedanken, etc. täglich aufzuschreiben. Du kannst ihm / ihr ja anbieten, anfangs dabei zu helfen und ihr lest sie euch gegenseitig vor ; )

Dies sind nur einige Tipps, die ich anbieten kann.
Ich wünsche dir (und eventuell deinem Freund / deiner Freundin) viel Erfolg damit alles Gute und viel Gesundheit.


Vergiss bitte nicht die (meiner Meinung) goldenen Regeln bei so einer Betreuung / Hilfestellung:
– Lass dich NIE selbst auf deren Probleme ein (vermeide es involviert zu werden und lass‘ die Probleme der anderen NIE an dich ran! Sei nur für sie da! Ich weiß, dass es schwer ist doch die Alternative ist eine absolut unnötig psychische Belastung deinerseits mit denen du dann selbst zu kämpfen haben wirst)
Nimm NIE etwas persönlich! (eigentlich immer. Egal ob Personen oder Situationen aber besonders hier ist es wichtig)
Habe keine Erwartungen an die Leute, wenn du so etwas angehst. Weder bewusste noch unbewusste Erwartungen. Erwarte auch kein Dank. Du musst dir einfach deiner Sache sicher sein, dass Richtige zu tun und einfach Hoffen, das es (auch wenn erst später) Früchte tragen wird. Bei einigen reicht es, wenn man Ihnen Aufmerksamkeit (Nächstenliebe) schenkt, mit ihnen Redet, betet und / oder einfach nur zuhört.
– Du kannst den Menschen nur den Weg weisen und Hilfe anbieten. Wenn sie bereit sind, werden sie ihn gehen und deine Hilfe annehmen. Akzeptiere, dass es Menschen gibt, die selbst nach mehreren Bemühungen und Anläufen deinerseits, einfach nicht für (deine) Hilfe bereit sind. Dem liegen meist mehrere und tiefere psychische Probleme zugrunde, die eventuell zuvor behandelt werden sollten. Diesen Menschen solltest du Nahe legen, sich professionelle Hilfe zu suchen, um ihre Probleme zu bewältigen.

Wenn ihr seht, / merkt, / fühlt, dass das Ganze in Richtung einer Depression geht, versucht die jeweilige Person davon zu überzeugen, mit einer ausgebildeten psychologischen Fachkraft zu reden. Es gibt viele Methoden die helfen können die jedoch das Wissen und die Erfahrung eines Profis bedürfen.

Seid stark und passt auf euch und die Leute die euch wichtig sind auf.

Viele Grüße und viel Gesundheit wünsche ich euch.
Viel Spaß beim Lesen und leben,

Gabriel Collins

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